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Kapital und Kanzel

Luthers Widerstand richtete sich gegen die Kommerzialisierung der Gnade, gegen das Angebot der Kirche, sich die Absolution von den eigenen Sünden erkaufen zu können. Unter dem Titel „Widerstehen“ veranstaltet die Evangelische Akademie Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Sankt Petersgemeinde im September zum 500-jährigen Reformationsjubiläum eine Programmreihe mit Vorträgen, Diskussionen und Predigten, die sich mit der Frage beschäftigt, ob und in welcher Weise Luthers Aufbegehren als Impuls des Widerstehens heute noch spürbar ist und inwiefern wir im Blick auf die diversen aktuellen globalen Krisen eine neue Reformation und neue Formen des sich Widersetzens brauchen. Im Zentrum stehen Luthers Begriffe “sola fide, sola scriptura, sola gratia, solus Christus”. Der Aktionskünstler und Kunsttheoretiker Bazon Brock wird sich außerdem in seinem “Action teaching” (10. September) mit den theologischen Grundbegriffen beschäftigen, ohne die seines Erachtens keine ökonomische Theorie denkbar ist. Seine These: Der Ablasshandel, also das Geschäft mit Freischeinen samt Ewigkeitsgarantie, spoegelt sich im heutigen globalen Aktienhandel wider. Aus dieser Perspektive möchte er Luthers Kritik am aukommenden Frühkapitalismus in ihrer Aktualität beleuchten. Begleitend zu der Veranstaltungsreihe wird vom 8. September an im sakralen Raum der Epiphaniaskirche eine Kunst-Installation von Hans-Martin Scholder, Manfred Stumpf und Andreas Hoffmann (Pfarrer der Petersgemeinde) gezeigt. Das Programm im Einzelnen können Sie unserem Kalender rechts auf der Seite entnehmen.