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Zurück zur Quelle der Offenbarung

„Sola Scriptura“, einzig die Schrift, ist einer der wichtigsten Leitsätze der Reformation. Denn mit diesem Imperativ wollten die Reformatoren die Bibel dem Volk zurückgeben. So war Luther überzeugt, dass sich die Heilige Schrift von selbst auslegt und nicht der Vermittlung durch die kirchliche Tradition bedarf. Damit rückte er das Buch der Bücher wieder ins Zentrum des Glaubens: Die Bibel sollte wieder als einzige Quelle und Norm des christlichen Glaubens gelten. An diesen Aufbruch zu einer Selbstermächtigung des Subjekts, das seinen eigenen Zugang zur Heilsbotschaft der Bibel finden soll, statt dogmatischen Autoritäten zu folgen, möchte die zweite Frankfurter „Nacht der Bibel“ im Lutherjahr anknüpfen, die der Fachbereich Evangelische Theologie der Goethe-Universität in Kooperation mit der evangelischen Kirche Frankfurt und dieser Stiftung am 30. Mai in der Heiliggeistkirche veranstalten wird. Bereits 2014 hatte es eine „Nacht der Bibel“ gegeben, Anlass war damals das Jubiläum zum 100jährigen Bestehen der Goethe-Universität. Dieses Mal werden die Schauspieler Barbara Auer und Peter Lohmeyer im Wechsel verschiedene Abschnitte, Geschichten und Erzählungen aus dem Alten und dem Neuen Testament vortragen, und zwar in verschiedenen Übersetzungen, von Luther bis zu Buber/Rosenzweig, um die sprachliche Vielfalt, zu der diese Jahrtausende alten Texte im Lauf der Geschichte inspiriert haben, erlebbar zu machen. Stefan Alkier, Theologie-Professor am Fachbereich und Organisator der Bibelnacht, hat außerdem eigene Kommentierungen und Reflexionen zu diesen Passagen formuliert. Sie dienen als Übergang und Bindeglied und werden, wie bereits vor drei Jahren, von Peter Schröder, Ensemblemitglied des Schauspiel Frankfurt, vorgelesen. So soll sich dem Zuhörer der Zusammenhang der biblischen Bücher des Alten und Neuen Testaments als einer großen Erzählung erschließen. Musikalisch eingerahmt wird die Lesung von der Band „Echoes of Scripture“. Eine spannende Reise durch die Nacht und die Wiederbegegnung mit einem Text, der seit Jahrtausenden immer wieder Menschen zu intellektueller oder künstlerischen Auseinandersetzung inspiriert hat.