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Sommer, Kunst und Runkel

Was macht die Kunst? Sie geht aufs Land, in die Sommerfrische, um sich vom anstrengenden Großstadtleben zu erholen. Er finde es eine „grandiose Idee, Kirche und Kultur auf dem Land zusammen zu bringen“, sagt Peter Steinacker, Vorsitzender des Kuratoriums der EKHN Stiftung. Dieter Buroch, selbst ein Kulturschaffender mit der Tendenz zur Stadtflucht, hat diese Landpartie möglich gemacht. Der langjährige Intendant des Frankfurter Künstlerhauses Mousonturm und ehemaliges Kuratoriumsmitglied der EKHN Stiftung, lebt seit 25 Jahren in dem kleinen Städtchen Runkel an der Lahn. Er fungierte als der künstlerische Leiter des Festivals “Dialog Runkel – Kultursommer 2014” und zeigte mit seinem unermüdlichen Engagement, dass er eines wirklich kann: viel Theater machen! So hat Buroch ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm auf die Beine gestellt, das am 14. Juni eröffnet wurde und in den folgenden sechs Wochen den Bürgern der Stadt und deren Besuchern so viel ausgezeichnete Kunst und Kultur bot, wie man sie in der Großstadt nicht immer zu sehen bekommt.

Das Angebot des Kultursommers wendet sich, so Peter Steinacker, "an Prominenz und Jedermann" und ist in seiner Vielfalt kaum zu überbieten. So gibt es ein Figurentheater, eine Performance mit einer Laterna magica, klassische Konzerte und Celtic Folk-Music, einen Gottesdienst auf einer Insel mitten in der Lahn, Kabarett, Lesungen, Diskussionen und natürlich klassisches Sprechtheater. Das Besondere: Während des Festivals verwandeln sich die nackten Schaufenster leerstehender Geschäfte in der Runkeler Innenstadt in Galerien, in denen Künstler ihre Werke ausstellen können. Außerdem ist jeder Bürger der Lahnstadt aufgefordert, für einen Tag seinen Hof oder Garten, seine Werkstatt oder Küche, sein Haus oder das Vereinsheim für Besucher zu öffnen - auch diese Aktion dürfte zu ganz neuen Einsichten verhelfen. Am späten Abend des 19. Juli wird dann die Burg Runkel in Flammen aufgehen, in einer Inszenierung der Freiwilligen Feuerwehr mit bengalischen Lichtern.

Das alles auf die Beine zu stellen, wäre ohne die Unterstützung der Stadtverwaltung und der evangelischen Gemeinde nicht möglich gewesen. Für die EKHN Stiftung bietet sich hier, vor allem dank der guten Zusammenarbeit mit den in Runkel ansässigen Institutionen, eine hervorragende Chance, idealtypisch zu zeigen, worin sie ihren Auftrag versteht: den Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft anzustoßen, Menschen über kulturelle Erlebnisse miteinander ins Gespräch zu bringen und zu zeigen, dass Religion durchaus neue Impulse zur eigenen Selbstvergewisserung geben kann.