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Barbara Englert für Lenz-Projekt ausgezeichnet

Die Frankfurter Schauspielerin und Regisseurin Barbara Englert wird für ihre herausragenden Leistungen in der Kunst- und Kulturvermittlung an Kinder und Jugendliche mit dem Berg-Berndt-Preis 2014 ausgezeichnet. Mit diesem jährlich verliehenen, mit 3000 Euro dotierten Preis möchte das Kuratorium Kulturelles Frankfurt gezielt Projekte führen, die junge Menschen an Kultur heranführen. So inszenierte Barbara Englert 2013, unterstützt von der EKHN Stiftung, mit großem Erfolg Georg Büchners Erzählung “LENZ”. Für die meisten Darsteller war es die erste Erfahrung mit Literatur und Theater, aber sie alle agierten so überzeugend auf der Bühne, dass das Ensemble bei der Aufführung in der jugend-kultur-kirche sankt peter großen Applaus erntete. Jetzt dreht Barbara Englert einen Film über ihre Erfahrungen bei der Einstudierung von “LENZ”. Seit 2004 leitet Englert “be-frankfurt”, ein sich ständig neu formierendes Kollektiv. Das besondere Augenmerk der Regisseurin liegt dabei auf Jungkünstlern, denen sie dank der Vermittlung von Streetworkern in Jugendhäusern und auf der Straße begegnet. Denn ihr Ziel ist es, auch junge Menschen zu erreichen, die am Rande der Gesellschaft stehen.

 Das Miteinander, sagt Barbara Englert, war „sehr zerbrechlich“. Doch was am Ende entstanden ist, hat Substanz und wird bleiben. Als ein Anfang, als eine Veränderung, als Mut zu etwas Neuem. Monate lang hat die Frankfurter Regisseurin und Theaterautorin gemeinsam mit Jugendlichen daran gearbeitet, eine eigene Bühnen-Adaption von Georg Büchners Erzählung „Lenz“ zu realisieren. Die Jugendlichen hatte sie zuvor einfach angesprochen und zum Mitmachen überredet. Sie alle sind Straßenkünstler, sie tanzen, sprayen, machen Musik, singen. Doch ihr Talent wird kaum beachtet – genau wie bei Lenz, dem Dichter, der als sozial unangepasst galt und dessen Werke ebenfalls wenig Anerkennung fanden. Das ist der Berührungspunkt zwischen dem Künstler des 18. Jahrhunderts und den Jugendlichen heute. 20 junge Leute waren es zu Anfang, sieben haben bis zur Premiere durchgehalten. Und ein ganz außergewöhnliches Theaterstück aufgeführt, das vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen wurde. „In fünf Jahren wollen wir uns alle wiedertreffen“, erzählt Barbara Englert. Sie arbeitet außerdem zurzeit an einer filmischen Dokumentation über das „LENZ-Projekt“, bei dem das, was hinter den Kulissen geschah, vermutlich noch wichtiger war als die sichtbare Handlung auf der Bühne.  („Das LENZ-Projekt“, Premiere am 5. September 2013 in der jugend-kultur-kirche Sankt Peter in Frankfurt)