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Wortgefechte

Kaum einer, der so sehr an die Macht der Worte glaubte wie Martin Luther. Mit seiner drastischen, äußerst lebendigen und bildreichen Sprache, die sich bis heute prägend auf unseren Sprachgebrauch ausgewirkt, hätte der Reformator bestimmt so manchen Poetry Slam gewonnen. Etwa mit einer gerappten Version von „Tritt fest auf, mach‘s Maul auf, hör bald auf“. Dieser berühmte Ausspruch dient auch als Motto des Mainzer Poetry Slams, einem Beitrag des evangelischen Dekanats Rheinhessen zum Reformationsjubiläum, mit dem in diesem Jahr Luthers Thesenanschlag von vor 500 Jahren gedacht wird. Vier Slamer werden bei diesem Wettkampf zeigen, wie aktuell die Reformation auch ein halbes Jahrtausend später noch ist – und dass ihre Bedeutung weit über die Kirche und Religion hinausreicht.
Vier junge wilde Dichter haben am 31. August auf dem Mainzer Karmeliterplatz Texte von Martin Luther gelesen und diese dann in einer eigenen Performance wiedergegeben. Natürlich nicht, ohne sie kritisch auseinander zu nehmen, zu persiflieren und neu auszudeuten und das alles als eine Hommage an den großen Reformator.
(Foto: Tim Reckmann/pixelio)