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Farbenlehre

Sie sind zu Tausenden gekommen, aber sie sind auf eine merkwürdige Weise unsichtbar geblieben. Alle reden von den Flüchtlingen, aber wer kennt sie, wer begegnet ihnen in seinem Alltag, wer weiß von ihren Nöten, Hoffnungen, Ängsten und Erwartungen? Die interkulturelle Werkstatt möchte Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung einen „künstlerischen und sozialen Bewegungsraum“ eröffnen und die Chance geben, darzustellen, wer sie sind und was sie bewegt. Bewegung ist auch das Ausdrucksmedium, das ihnen dabei vor allem zu Gebote steht. Bereits seit Mai laufen die Proben zu der Tanzperformance „Farben des Lebens – wir sind die Welt von Jetzt“, einem gemeinsamen Projekt der Interkulturellen Werkstatt und ÜberBrücken, einem Netzwerk von Pädagogen und Künstlern, das unter anderem mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen arbeitet. Mitmachen bei der Tanzperformance kann, wie auch bei den anderen Produktionen der Werkstatt, jeder, der Interesse und Freude an theatralischer Darstellung hat; gleichwohl richtet sich die Einladung vor allem an Flüchtlinge und Migranten, für die der Zugang zu Bildung und Kultur keine Selbstverständlichkeit ist. Im Mittelpunkt des Theaterstücks steht die Frage nach dem Fremden und Anderssein und nach dem Gemeinsamen und Verbindenden. In der interkulturellen Zusammenarbeit sollen die Teilnehmer in mehreren Workshops herausfinden, wie sich diese Frage und auch die Antworten szenisch um- und in die Sprache des Körpers und des Tanzes übersetzen lassen. Ein spannendes Experiment: Premiere ist am Samstag, 19. August, auf dem Vorplatz der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Thomas-Mann-Straße 10, 60439 Frankfurt.