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Porträt der ersten Protestantinnen

Im Jubiläumsjahr der Reformation soll die Ausstellung „Frauen der Reformation – Spuren und Thesen“ in der evangelischen Sankt Cyriakuskirche in Frankfurt-Rödelheim auf die Frauen aufmerksam machen, die einen nicht geringen Anteil am Erfolg und an der Gestaltung der Reformation hatten. Während sich jetzt das Augenmerk in der Öffentlichkeit fast ausschließlich auf Martin Luther und seinen Thesenanschlag konzentriert, möchte diese Dokumentation die vielen interessanten weiblichen Persönlichkeiten vorstellen, deren Beitrag zur geistigen Vorbereitung der Reformation keinesfalls unterschätzt werden darf. Da ist zum Beispiel Elisabeth Cruciger (1500 bis 1535). Sie gehörte zum Freundeskreis Luthers und ist als erste Frau, die Kirchenlieder für das evangelische Gesangsbuch schrieb, in die Geschichte eingegangen. Ihre Tochter Elisabeth heiratete übrigens später Luthers Sohn Hans. Die ehemalige Nonne Ursula von Münsterberg verfasste eine ausführliche und kluge Verteidigungsschrift, in der sie darlegte, weshalb es für sie notwendig war, das Kloster zu verlassen. Das Vorwort zu diesem Text verfasste Martin Luther. Und natürlich widmet sich diese Ausstellung auch der Ehefrau Luthers, Katharina Bora, wichtiges Gegenüber und intellektuelles Korrektiv für den Reformator, da sie ihm den notwendigen Realitätssinn verlieh, um seine Theologie menschennah zu formulieren. Die Angelegenheiten des Alltags und das Familienleben bei Luthers sind daher ein weiterer Bestandteil der Ausstellung. Bis zum Tag des Reformationsjubiläums, dem 31. Oktober 2017, wird die Ausstellung gezeigt, Besichtigung nach Vereinbarung unter Telefon 069 788643, E-Mail elke.gutberlet@t-online.de. Sankt Cyriakuskirche, Auf der Insel 5, 60489 Frankfurt. (Unsere Abbildung zeigt ein Porträt Katharina Luthers).